Erlebnisberichte unserer Trekking-Guides vor Ort

Das Beste zum Schluss: Nach erfolgreicher Akklimatisierung geht es ganz hoch hinauf

Nach der erfolgreichen Besteigung der 4.630 m hohen Vulkane Mojanda und Fuya-Fuya und des 4.690 m hohen Imbabura sind wir akklimatisiert und motiviert, den Gipfel einer der schönsten Berge Ecuadors zu erklimmen: den Cayambe. Der Cayambe ist mit seinen 5.790 m der dritthöchste Vulkan Ecuadors. Er liegt im Naturreservat Cayambe-Coca in der Ostkette der Anden, 70 km nordöstlich von Quito. Der Äquator kreuzt den Cayambe auf 4.690 m und ist somit der einzige Punkt des Äquators weltweit, der schneebedeckt ist.

Wir starten unser Wander-Abenteuer in der Hosteria PapaGayo Nord, die auf 3.130 m liegt. Am Vormittag prüfen wir zunächst unsere Ausrüstung, bevor wir uns nach dem Mittagessen auf den Weg zur Schutzhütte des Cayambe machen. Wir parken das Auto und es erwartet uns eine leichte, ca. 1-stündige Wanderung bis zur Schutzhütte auf 4.600 m. Der atemberaubende Ausblick von dort auf die umliegenden Gletscher fasziniert mich jedes Mal auf Neue. Am Nachmittag erhalten die Teilnehmer noch Informationen zur Wanderung selber und darüber hinaus Sicherheits- und Erste Hilfe Anweisungen. Gegen 18 Uhr geht die Sonne am Horizont langsam unter. Nach einem stärkenden Abendessen ruhen wir uns von 19 bis 23 Uhr aus und versuchen etwas zu schlafen. Unser Frühstück nehmen wir heute um eine etwas ungewöhnliche Zeit ein, aber es ist wichtig, dass wir für unseren bevorstehenden Aufstieg gestärkt sind. Wir treffen uns um Mitternacht vor der Hütte. Draußen ist es stockdunkel, doch unsere Stirnlampen leuchten uns den Weg. Die ersten 1 ½ Stunden geht es steil bergauf und der Weg führt uns durch Geröll-Landschaften Richtung Gletscher. Schon bald ziehen wir die Steigeisen an, seilen uns an und steigen gemeinsam in Richtung des Gipfels auf. Den Pickel haben wir nun griffbereit und der 5-stündige Aufstieg beginnt. Die Höhe macht sich bemerkbar, daher gehen wir langsam. Zum Glück sind wir gut vorbereitet durch das Akklimatisierungsprogramm der letzten Tage.

Um 5:30 Uhr geht langsam die Sonne auf. Der Horizont wird heller und der Cotopaxi und Chimborazo tauchen vor uns im Sonnenlicht auf. Ein ganz besonderer Moment. Der Gipfel ist in Sichtweite. Das gibt uns nochmal einen Energieschub. Es sind jetzt nur noch wenige Höhenmeter, doch jeder Schritt kostet hier oben Überwindung. Pünktlich zum Sonnenaufgang um 6 Uhr haben wir den Gipfel erreicht. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, hier oben zu stehen und den spektakulären Panoramablick in vollen Zügen zu genießen. Alle sind erschöpft, aber überglücklich!

Nun liegt der Abstieg vor uns, der sehr viel zügiger bewerkstelligt werden kann. Wir erreichen bereits um 10 Uhr wieder die Hütte. Dort genießen wir einen Kaffee, packen unsere Sachen zusammen und begeben uns dann auf den Rückweg mit vielen unvergesslichen Erlebnissen, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden.

 

Besteigung der Ruwenzori Mountains in Uganda: Im Nebelreich der geheimnisvollen Mondberge

Moospolster wie Daunenkissen und Kräuter bis in den Himmel: Die Mondberge in Uganda sind eine der außergewöhnlichsten Landschaften überhaupt. Das Bergmassiv Ruwenzori, das gerade einmal 50 km nördlich des Äquators in Uganda liegt, ist eines der letzten kaum erforschten Gebiete dieser Erde. Umso einmaliger ist es, den majestätischen Gipfel mit der Margherita-Spitze zu erklimmen.

Ausgangspunkt für unsere Tour ist Kasese, eine Kleinstadt, die am Westrand des Ruwenzori Gebirges gelegen ist. Wir besteigen die Ruwenzori Mountains über die Kilembe Route. Auf ins Gipfel-Abenteuer! Die erste Etappe führt uns vorbei an kleinen Flüssen, moosigen Wasserfällen, durch dichten Busch und ursprünglichen Tropenwald. Unser erstes Etappenziel ist das Mutinda Camp. Nach einer geruhsamen Nacht geht es gestärkt am nächsten Tag weiter zum Bugata Camp, das sich schon in der kühleren Alpin-Zone befindet. Der Weg führt uns durch das Mutinda Tal, vorbei an ewig blühenden Blumen mit riesigen Lobelien, bevor wir dann in das Namusangi Tal auf 3.840 m hinaufsteigen und bald unser heutiges Tagesziel erreichen. Am nächsten Tag steigen wir von 4.062 m auf 4.450 m auf. Unser Trekking beginnt direkt am frühen Morgen, um zeitig über den Bamwanjara Pass zu gelangen. Die Gegend ist überzogen von bunten Blumen und Riesenlobelien, deren Nektar die Hauptnahrung des Scharlachroten Malachite Sunbirds ist. Unser heutiges Ziel, das Butawu Camp, liegt auf einem hohen Bergrücken über dem Butawu Fluss, der vom Scott Elliott Pass durch die Kitandaraseen fließt. Hier bietet sich uns eine atemberaubende Aussicht auf den schneeüberdeckten Mount Baker. Am nächsten Morgen laufen wir den Bergrücken entlang, bevor wir zahlreiche kleine Flüsse des Mount Baker und den Freshfields Pass überqueren. Es geht weiter hinauf zum Scott Elliott Pass. Vom Margherita Camp, unserem heutigen Etappenziel, genießen wir einen wunderschönen Blick auf den Mount Baker, den Mount Scott, den Elliot Pass und auf einige der hohen Gletscher des Mount Stanley.

Gipfeltag! Um rechtzeitig vor Sonnenaufgang am Stanley Gletscher zu sein, brechen wir heute nach einem guten Frühstück schon früh auf. Der Weg hinauf ist von Schnee und Eis überzogen. Am Gletschereinstieg gehen wir mit Steigeisen weiter. Oben am Stanley Gletscher angekommen, wird der Weg wieder etwas einfacher. An der Oberseite des Gletschers klettern wir um eine herausragende Sektion von Steinen, welche auch gebolzt und geseilt wurden, um auf den Bergrücken und die Spitze des Margherita Peaks zu gelangen. Auf dem Gipfel angekommen, genießen wir eine atem- und sinnesberaubende Aussicht! Wir spüren eine tiefe Zufriedenheit. Die Anstrengungen der letzten Tage zahlen sich jetzt aus, denn das Gefühl hier hoch oben auf dem Gipfel zu stehen ist unbeschreiblich.

Anschließend steigen wir direkt wieder hinunter zum Butawu Camp, wo wir die heutige Nacht verbringen werden. Am nächsten Tag besteigen wir den Bamwanjara Pass. Auf dieser Tour haben wir die einmalige Chance, den seltenen Klippschliefer zu Gesicht zu bekommen - meist sitzt das als überaus frech bekannte Tier am Eingang seines Steinhauses und genießt die Sonne. Das Hauptraubtier dieser Gegend ist der Rwenzori Leopard, der allerdings sehr selten gesehen wird.

Am nächsten Morgen wandern wir um den Bugatasee und die Ausläufer des Kopellosees, dann steigen wir 200 m lang auf bis zur Gabelung der zwei Täler. Das Terrain besteht nun aus zahlreichen sumpfigen Gegenden. Hier sind vor Millionen von Jahren Gletscher entstanden und seitdem geschmolzen. Da, wo man sie ursprünglich wiedergefunden hatte, liegt nun eine Wand riesiger Steine. Nächtigen werden wir im Kiraho Camp auf 3.490 m Höhe.

Heute haben wir einen ganz besonderen Wecker: Wir wachen auf von den schrillen Rufen des Ruwenzori Turacos. Nach einem sättigenden Frühstück werden wir ins Tal hinunterlaufen, dem zu Hause von vielen Vogelarten, die in der dichten Vegetation aber fast vollständig verschwinden. Mit etwas Glück sehen wir Chamäleons oder vielleicht sogar einen Ducker, der den süßen Geschmack der Riesenlobelien genießt.

Nach unserer Tour werden wir am Abend zu unserem Hotel zurückkehren, uns entspannen und die letzten Tage unseres großen Abenteuers Revue passieren lassen.


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